Franz Kafka konkret

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Eine Erfassung der gesamten Sekundärliteratur zu Kafka (bis ca. 1996/1997) findet sich in

Caputo-Mayr, Maria Luise / Herz, Julius M.: Franz Kafka. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur. 2 Bände in 3 Teilen. 2., erweiterte und überarbeitete Auflage. München 2000.

Band I: Bibliographie der Primärliteratur 1908 - 1997

Band II, Teil 1: Kommentierte Bibliographie der Sekundärliteratur 1955 - 1980

Band II, Teil 2: Kommentierte Bibliographie der Sekundärliteratur 1981 - 1997

Hier in dieser Web-Site kann natürlich nur eine kleine subjektive Auswahl getroffen werden. Bei den folgenden Büchern bzw. Aufsätzen werden in einigen Fällen die bibliographischen Angaben noch durch eine ganz kurze Charakterisierung ergänzt [und, in manchen Fällen, auch durch einen in eckige Klammern gestellten subjektiven Kommentar des Verfassers dieser Web-Site].

Bei den als Hyperlinks ausgeführten Titeln werden Kaufinformationen über einen Buchkatalog (amazon.de) abgefragt.
Bei allen Titeln können Ausleihinformationen für große öffentliche Bibliotheken über den Karlsruher virtuellen Katalog abgefragt werden.


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Aichmayr, Michael / Buchmayr, Friedrich: Im Labyrinth. Texte zu Kafka. Stuttgart 1997.

Albrecht, Nicola: Verschollen im Meer der Medien. Kafkas Romanfragment "Amerika". Zur Rekonstruktion und Deutung eines Medienkomplexes. Heidelberg 2007.

Allemann, Beda: Zeit und Geschichte im Werk Kafkas. Göttingen 2002. (Frühere Ausgabe: 1998)

Alt, Peter-André: Kafka und der Film. Über kinematographisches Erzählen. München 2009.

Amann, Jürg / Schaefer, Albert T.: Kafka. Wort-Bild-Essay. Innsbruck 2000.

Anders, Günther: Franz Kafka pro et contra. München 1984. (Frühere Ausgabe: 1951)
Analyse des hilflosen Außenseitertums und des Vorherrschens des Metaphorischen (die Metaphern "nehmen die Sprache beim Wort") in den Werken Kafkas sowie kritische Auseinandersetzung mit des Dichters (laut Anders) latentem Nihilismus. Für Anders verklärt Kafka seine Unentschlossenheit zum Paradox und wird daher zum "philosophisch und moralisch unverwendbaren Autor", den man "zu Tode verstehen" müsse (= dessen Nihilismen man zu widerstehen hat). Charakteristisch für Kafkas Figuren ist ihr Nicht-in-der-Welt-sein, ihr Versuch, "in die Welt einzubrechen". Für sie ist die Welt ein Gegenstand sowohl des Schreckens als auch der Werbung.
[Für einen Philosophen schreibt Anders wohltuend metaphysikfrei und in erfrischend scharfer, prägnanter und dicht-originell formulierender Sprache. Er kommt Kafka so nahe, wie man ihm unter Ausklammerung der Tiefenpsychologie nur kommen kann.]

Andringa, Els: Wandel der Interpretation. Kafkas "Vor dem Gesetz" im Spiegel der Literaturwissenschaft. Opladen 1994.

Anglet, Kurt: Kafka-Sequenzen zum Prozess: Die Aura vor dem Fall. Würzburg 2006.
Der Autor setzt die von Kafka in Szene gesetzte "Liquidation des Einzelnen" in Beziehung zu Prozessen der Auflösung gesellschaftlicher Beziehungen in totalitären Herrschaftsformen des 20.Jahrhunderts.

Anglet, Kurt: Kafka-Sequenzen zum Schloss: Die zweite Aufklärung. Würzburg 2006.
Auch in diesem Buch zeigt Anglet Parallelen zwischen Kafka und Paul Klee auf, die beide (dem Autor zufolge) "Vorausbilder des Unheils" entworfen und das Kommende in den vielfältigen Anfechtungen der Figuren angedeutet hätten.

Anz, Thomas: Franz Kafka. Leben und Werk. Aktualisierte und überarbeitete Neuausgabe. München 2009.

Arnold, Heinz L. (Hrsg.): Franz Kafka. München 2006.
Inhalt: Bewährte Interpretationen der wichtigsten Werke Kafkas, ein Essay zur Forschungsgeschichte sowie ein Beitrag zur Editionslage.


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Baioni, Giuliano: Kafka. Letteratura ed ebraismo. Rom 2008.

Balke, Friedrich [u.a.] (Hrsg.): Für alle und keinen. Lektüre, Schrift und Leben bei Nietzsche und Kafka. Zürich [u.a.] 2008.
[Vorsicht! Es folgt eine - vielleicht von den Herausgebern selbst verfasste - Beschreibung  des Buches im typisch postmodernen Stil:]
Es gibt kaum zwei andere Autoren der deutschsprachigen Moderne, bei denen das Verhältnis von Sprache und Leben so intensiv verhandelt wird wie bei Friedrich Nietzsche und Franz Kafka. Für Nietzsche, den »gefährlichen Denker« und das »Dynamit« der christlich-abendländischen Werteordnung, wie für Kafka, den »Dichter der Angst« und Experten für Arbeiter-Unfallversicherung, bilden die biopolitischen Dispositive des heraufkommenden Wohlfahrtsstaates und die Verschiebungen, die der Historismus für die Ökonomie des Wissens und die Massenpresse für die Ökonomie der Rede bedeuten, eng aufeinander bezogene Faktoren des Problemgefüges, das ihre Schreibprojekte hervortreibt. Für beide stellt der Doppelcharakter sprachlicher Überlieferung als Sicherung des kollektiven Lebens und als Unterwerfung des individuellen eine zentrale schriftstellerische Herausforderung dar, und beide begreifen die daraus resultierende Riskanz einer radikalen Umschrift der durch Lektüre angeeigneten Tradition als ethisches Problem. Der Band zielt darauf ab, die beiden Antworten auf jene Herausforderung vor ihrem jeweiligen biographischen und zeitgeschichtlichen Hintergrund gegeneinander zu kontrastieren und sie zugleich als bis heute gültige paradigmatische »Haltungen« im diskursiven Feld der Moderne sichtbar werden zu lassen. Indem der Band den »dialogischen« Bezug Kafkas auf Nietzsche auf der Folie diskursiver und medialer Ereignisse und Konstellationen der Zeit motiviert und spezifiziert, läßt er ihn zugleich als vielstimmigen »Polylog« oder sogar unlesbaren »Babellog« quer durch die Kultur und die Wissensfelder des anbrechenden »kurzen 20. Jahrhunderts« (1914-1989) erscheinen.
[Nach der Lektüre dieser Buchbeschreibung ("für alle und keinen") lässt sich vielleicht noch besser erahnen, warum die Kafka-Interpretation weit mehr als zehntausend Arbeiten umfasst und doch seit Jahrzehnten auf der Stelle tritt.]

Bancaud, Florence: Le journal de Franz Kafka ou l´ecriture en procès. Paris 2001.
In diesem leider noch nicht ins Deutsche übersetzten Buch werden Kafkas Tagebuchhefte vor allem auch als "Schreiblabor" verstanden, wo der Dichter seine Figuren und Themen in unzähligen Skizzen, Varianten und Fragmenten umkreist und allmählich formt.

Bancaud, Florence: Franz Kafka ou l´art de l´esquisse. Paris 2006.

Battegay, Caspar [u.a.] (Hrsg,): Schrift und Zeit in Franz Kafkas Oktavheften. Göttingen 2010.
Der Sammelband behandelt den handschriftlichen Zusammenhang der in den Oktavheften vereinten Tagebuchfragmente, Briefentwürfe und Erzählkomplexe und zieht Schlüsse zu Kafkas Poetik sowie zu seinen Überlegungen zur Zeit und zum Zionismus.

Bay, Hansjörg / Hamann, Christof: Odradeks Lachen. Fremdheit bei Kafka .  Freiburg i. B. [u.a.] 2006.

Becher, Peter / Höhne, Steffen / Nekula, Marek: Kafka und Prag. Literatur-, kultur-, sozial- und sprachhistorische Kontexte. Köln [u.a.] 2012.

Becker, Britta: Metaphysische Sehnsucht und existentielle Verzweiflung. Kabbalistische Motivik und Gnosis ohne Erlösung in Erzählungen Franz Kafkas. Freiburg i.B. 2004 (Elektronische Ressource).

Begley, Louis: Die ungeheuere Welt, die ich im Kopfe habe. Über Franz Kafka. München 2008.

Beicken, Peter: Franz Kafka, "Der Proceß". München 1995.

Beißner, Friedrich: Der Erzähler Franz Kafka. Stuttgart 1952.

Beißner, Friedrich: Kafka, der Dichter. Stuttgart 1958.

Benedukt-Teubl, Brigitte: Suche nach dem verlorenen Selbst. Eine tiefenpsychologische Betrachtung des Schloßromans von Franz Kafka. Stuttgart 1998.
Tiefenpsychologische, an C.G.Jungs Schule orientierte Deutung des Romans als Suche des Landvermessers K. nach seinem Selbst im Kampf mit den eigenen, teils angepassten, teils widerstrebenden Persönlichkeitsanteilen. Die Autorin konzentriert sich auf die Werk-Leser-Beziehungsebene und klammert die Persönlichkeitsgeschichte Kafkas aus.

Benjamin, Walter: "Franz Kafka". In: Ausgewählte Schriften. Bd. II. Frankfurt a.M. 1966. S.248ff.

Berger, Gabriele: Franz Kafkas "Schloss" - die Lesbarkeit des Unbegreifbaren. Ein literarischer Darstellungsversuch zwischen Eros und Logos. Bielefeld 2000.

Bermejo-Rubio, Fernando: Truth and Lies about Gregor Samsa. The Logic Underlying the Two Conflicting Versions in Kafka´s Die Verwandlung. In: Deutsche Vierteljahrsschrift 3/2012, S.419-479.
Der Autor arbeitet heraus, dass sich in Kafkas Erzählung zwei einander entgegengesetzte Versionen des narrativen Inhalts finden (vor allem: Gregor als ungeheures Ungeziefer versus Gregor als Mensch), und dass diese beiden Versionen einer Logik des Opfermechanismus unterliegen, aus der heraus sie erklärbar werden. Die "Verwandlung" stellt demnach die literarische Nachbildung einer Situation der "verzerrten Objektivität" dar, wie sie oft in Täter-Opfer-Prozessen vorkommt.
[Bermejo-Rubio zählt zu den ganz wenigen Autoren, welche das vorherrschende Paradigma, wonach Kafkas Texte prinzipiell unergründbar sind, scharf kritisieren. Seine in englischer Sprache vorliegende Arbeit deckt die Versäumnisse bisheriger Interpretationen auf und legt eine stimmige Neudeutung vor.]

Binder, Hartmut: Kafka in neuer Sicht. Mimik, Gestik und Personengefüge als Darstellungsformen des Autobiographischen. Stuttgart 1976.
Detaillierte Textanalysen mit Betonung auf Gestik, Mimik und sprachliche Äußerungen als bevorzugte Komponenten der Figurenbeschreibung und Menschenbeobachtung; Herstellung konkreter Bezüge und Entsprechungen zwischen Orten, Handlungen und Figuren in den Texten und im Dichterleben. Für Binder sind Lebenssphäre und Werkgestalt aufeinander bezogen.
[Hartmut Binder ist der vielleicht profundeste Kenner der Texte und ihrer Bezüge; seine Darstellung ist von großer Detailtreue, "positivistisch" und mit starkem autobiographischem Schwerpunkt.]

Binder, Hartmut: Kafka-Kommentar zu den Romanen, Rezensionen, Aphorismen und zum Brief an den Vater. 2., ergänzte Auflage. München 1982.
Kommentare zu einzelnen Textelementen, in der Abfolge der Texte.
[Es gilt das schon weiter oben Gesagte: Hartmut Binder kann als der detailkenntnisreichste unter den Kafka-Experten gelten und verliert sich nie in metaphysischen Spekulationen.]

Binder, Hartmut: Kafka-Kommentar zu sämtlichen Erzählungen. München 1975.

Binder, Hartmut: Motiv und Gestaltung bei Franz Kafka. Bonn 1966.

Binder, Hartmut: "Vor dem Gesetz". Einführung in Kafkas Welt. Stuttgart [u.a.] 1993.

Binder, Hartmut: Kafkas "Verwandlung". Entstehung, Deutung, Wirkung. Frankfurt a.M. [u.a] 2004.
Detailgenaue Sammlung von Informationen zur Entstehung, Veröffentlichung, Deutung und Wirkung von Kafkas Erzählung "Die Verwandlung", mit methodischer Konzentration auf die Biographie des Dichters und in kritischer Distanz zum Großteil der Kafka-Forschung.

Blanchot, Maurice: Von Kafka zu Kafka. Mit einem Nachwort von Elsbeth Dangel. Frankfurt a.M. 1993.

Blahak, Boris: Franz Kafkas Literatursprache. Deutsch im Kontext des Prager Multilingualismus. Köln 2015.

Bloom, Harold: Kafka - Freud - Scholem. Drei Essays. Basel [u.a.] 2008.

Blum, Mark E.: Kafka´s Social Discourse. An Aesthetic Search for Community. Cranbury 2011.

Boa, Elizabeth: Kafka. Gender, class, and race in the letters and fictions. Oxford [u.a.] 1996.
Analyse von Kafkas Haupttexten aus postfeministischer Sicht. Sie versucht die Konstruktion und Dekonstruktion imaginierter Weiblichkeit und Männlichkeit aufzuzeigen und wendet viele literaturtheoretische Ansätze auf die Texte an (unter Ausklammerung theologischer Aspekte).

Bogdal, Klaus (Hrsg.): Neue Literaturtheorien in der Praxis. Textanalysen von Kafkas "Vor dem Gesetz". Göttingen 2005.

Born, Jürgen: Franz Kafka oder Die Magie einer Prosa. Buch mit Hörbuch. Düsseldorf 2014.

Born, Jürgen: "Daß zwei in mir kämpfen ..." und andere Aufsätze zu Kafka. Furth im Wald [u.a.] 2000.

Bossinade, Johanna: Theorie der Sublimation. Ein Schlüssel zur Psychoanalyse und zum Werk Kafkas. Würzburg 2007.
Geschichte des Begriffs Sublimation innerhalb der Psychoanalyse und Spuren der Sublimation in den Texten des Dichters. Die entsprechenden Ausführungen zu Kafka nehmen dabei nur einen relativ kleinen Teil in der Gesamtstudie ein.

Bost, Harald: "Wir graben den Schacht von Babel". Ein systematischer Einstieg in die Posie Franz Kafkas. Marburg 2014

Bost, Harald: Ägyptische Götter in der Verwandlung. Eine mythologische Entschlüsselung von Franz Kafka: Die Verwandlung. Sulzbach 2008.
Der Autor bringt Kafkas Texte mit der altägyptischen Mythologie in Verbindung und er versucht, Kafka aus seiner Schreibweise und seinem Stil heraus zu verstehen.

Bost, Harald: Die Schrift mit den Augen - Kafkas ägyptische Rätsel. Sulzbach 2006.

Botros, Atef: Kafka - ein jüdischer Schriftsteller aus arabischer Sicht. Wiesbaden 2009.
Arabische Kafka-Rezeption ab 1939 durch arabische Intellektuelle, auch in bezug auf Kafkas jüdische Herkunft im Zusammenhang mit dem jüdisch-arabischen Konflikt.

Brabandt, Anne: Franz Kafka und der Stummfilm. Eine intermediale Studie. München 2009.

Bridgwater, Patrick: Kafka, gothic and fairytale. Amsterdam [u.a.] 2003.
Hermeneutische Interpretation von Kafkas Texten, orientiert an der Biographie und an der Psychoanalyse. Sie zeigt Querverbindungen innerhalb des Werkes sowie zu anderen Autoren auf sowie zwischen Traum und schaurigem Text. (Siehe auch Bridgwater: Kafka´s novels)

Bridgwater, Patrick: Kafka´s novels. An interpretation. Amsterdam [u.a.] 2003.

Brod, Max: "Der Dichter Franz Kafka". In: Die neue Rundschau 11 (1921).

Brod, Max: Über Franz Kafka. Frankfurt a.M. 1966.
Dieses Buch ist auch als Taschenbuchausgabe erschienen (1993).
Vorwiegend jüdisch-religiöse Deutungen.
[Viele Autoren stimmen darin überein, dass das größte Verdienst Brods in der Rettung der unveröffentlichten Texte Kafkas liegt sowie in seinen Bemühungen, dem Dichter und seinem Werk den gebührenden Ruhm zu verschaffen; die Ausdeutung der Texte gehört demnach nicht unbedingt zu Brods wichtigen Leistungen.]

Bruce, Iris: Kafka and cultural Zionism. Dates in Palestine. Madison 2007.

Brück, Martin: Der Process. Interpretationshilfe Deutsch (Lernmaterialien). Freising 2005.
Speziell für die Schule geeignet!

Brune, Carlo: Ein enterbter Sohn. Studie zu Franz Kafkas "Brief an den Vater". Essen 2000.

Bruns, Hartmut: Letzter Versuch zu lachen. Die Entschlüsselung von Franz Kafkas "Schloss". Oldenburg 2003.

Burger, Thorsten: "brandmarken". Einschreibungsverhältnisse des Körpers in Kafkas "Kleiner Prosa". Würzburg 2004.

Busse, Constanze: Kafkas deutendes Erzählen. Perspektive und Erzählvorgang in Franz Kafkas Roman "Das Schloß". Münster [u.a.] 2001.


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Calasso, Robert / Klein, Reimar: K. München 2006.
Der Autor stellt die Fragen: Warum sind K. und Josef K. so radikal anders als die jeweils anderen Figuren? Und:Wer ist K.?

Canauz, Maurizio: Kafka e le donne. Firenze 2000.

Canetti, Elias: Der andere Prozeß. Kafkas Briefe an Felice. München 1984. (Frühere Ausgabe: 1977)

Cantoni, Remo: Franz Kafka e il disagio dell´uomo contemporaneo. Con una nota di Carlo Montaleone. Milano 2000.

Casanova, Pascale: Kafka en colère. Paris 2011.

Chan, Carolyn Wei Ji: Literary topos and topography. The city as symbol in Kafka. Göttingen 2009.

Chang, Hyesun: Goethes Morphologie und Kafkas Denken. Kafkas Konzept der ästhetischen Moderne. Frankfurt a.M. [u.a.] 1999.

Chmura, Nadine (Hrsg.): Kafka. Schriftenreihe der Deutschen Kafka-Gesellschaft e.V. [2]. Bonn 2008.

Chmura, Nadine (Hrsg.): Kafka in der zeitgenössischen Kunst. Katalog zur Ausstellung. Deutsche Kafka-Gesellschaft e.V. Bonn 2007.

Chmura, Nadine (Hrsg.): Kafka. Schriftenreihe der Deutschen Kafka-Gesellschaft e.V. [1]. Bonn 2007.

Ciocio-Pop, Ana-Blanca: Zwischen Weltschmerz und Lebensbejahung. Elemente der jüdischen Mentalität in Franz Kafkas Kurzprosa. Sibiu 2005.

Citati, Pietro: Kafka. Mailand 2007.

Corngold, Stanley: Lambent traces. Franz Kafka.  Princeton 2004.
Der Verfasser ist sowohl in der amerikanischen als auch in der europäischen Kafka-Forschung heimisch und untersucht u.a. das Verhältnis von Kafkas Texten zu seinem Schreiben sowie zu einem modernen Gnostizismus, unter Einbeziehung wichtiger Kafka-Deutungen.

Corngold, Stanley / Gross, Ruth V. (Hrsg.): Kafka for the Twenty-First Century. Rochester, NY 2011.

Corngold, Stanley / Wagner, Benno: Franz Kafka. The Ghosts in the Machine. Evanston 2011.

Crimmann, Ralph P.: Franz Kafka - Versuch einer kulturphilosophischen Interpretation. Hamburg 2004.

Czoik, Peter: Zur Struktur der Dickens-Motive in Franz Kafkas Roman "Der Verschollene". Hamburg 2009.


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Daiber, Jürgen: Kafka und der Lärm. Klanglandschaften der frühen Moderne. Münster 2015.

Davies, J. R.: Portrait of an artist as an insurance lawyer. Kafka´s "Amtliche Schriften" and their relationship to his creative work. Dissertation. Swansea 2000.

Dehe, Astrid / Engstler, Achim: Kafkas dunkle Augen. Bonn 2015.

Dehe, Astrid / Engstler, Achim: Kafkas komische Seiten. Ein Lesebuch. Göttingen 2011.

Deleuze, Gilles / Guattari, Félix: Kafka. Für eine kleine Literatur. Frankfurt a.M. 2008. (Frühere Ausgaben: 1976, 2002)
Gesamtdarstellung aus postmoderner Sicht. Behauptet die Differenz zwischen Autor und Figuren des Werks. Für Deleuze und Guattari täuscht Kafka Schuld, Einsamkeit etc. nur vor, um dann lachend dieser Falle zu entwischen. Starke kulturkritische, antikapitalistische Tendenz.
[Auch diese postmoderne Deutung zeigt die typischen Merkmale dieser Schule: eine prätentiöse, mit privaten Neologismen angereicherte, manieristische und ziemlich inhaltsarme Sprache ("Eleganter Unsinn" - A.Sokal) und eine erschreckende Entfernung vom Wesen Kafkas und seines Werks.]

Delianidou, Simela: Frauen, Bilder und Projektionen von Weiblichkeit und das männliche Ich des Protagonisten in Franz Kafkas Romanfragmenten. Unter besonderer Berücksichtigung der Schuldfrage im "Proceß". Frankfurt [u.a.] 2002.

Demmer, Erich: "Ein Brudermord" und seine Folgen. Über die literarische Behandlung eines infantilen Erlebnisses in den Erzählungen Franz Kafkas. Dissertation. Wien 1986.
Der Autor deutet weite Teile des Werks als aus dem Schuldgefühl des Dichters angesichts des frühen Todes seiner Brüder (vor allem Georgs) entstanden.

Dentan, Michel: Der Humor im Werk Franz Kafkas. Wien [u.a.] 2012.

Derrida, Jacques: Préjugés. Vor dem Gesetz. Wien 2005. (Frühere Ausgabe: 1992)
Relativ kurze postmoderne Deutung der Türhüterlegende, in der das Warten des Mannes vom Lande vor dem Tor zum Gesetz als Sinnbild für die "différance", den nicht hintergehbaren "Aufschub" zwischen Gesetzmäßigkeit und Singularität gesehen wird.
[Diese Deutung gilt für mich als Paradebeispiel unseriöser Interpretation und vereinigt die Problematik von Einzeltextinterpretationen mit der der Projektion textferner privater philosophischer Spekulationen auf das literarische Kunstwerk.]

Diamant, Kathi: Kafkas letzte Liebe. Düsseldorf 2013.

Dierks, Sonja: Es gibt Gespenster. Betrachtungen zu Kafkas Erzählung. Würzburg 2003.

Dietzfelbinger, Konrad: Kafkas Geheimnis. Eine Interpretation von Franz Kafkas "Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg". Freiburg im Breisgau 1987.

Djoufack, Patrice: Der Selbe und der Andere. Formen und Strategien der Erfahrung der Fremde bei Franz Kafka. Wiesbaden 2005.

Dodd, Bill: Kafka "Das Schloß". London 2003.

Drüke, Volker: Kafkas Verwandlung. Das Urteil, Der Heizer, Die Verwandlung und weitere Erzählungen in neuem Licht. Oberhausen 2016.

Druon, Serge: Quelqu´un arrive, Franz Kafka. Saint-Denis 2011.

Duttlinger, Carolin: The Cambridge introduction to Franz Kafka. Cambridge [u.a.] 2013.

Duttlinger, Carolin: Kafka and photography. Oxford [u.a.] 2007.
Untersuchung zur lebenslangen Auseinandersetzung Kafkas mit der Fotografie sowie zu deren Präsenz im Werk des Dichters.


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Ebitsch, Sabrina: Die größten Experten der Macht. Machtbegriffe bei Franz Kafka und Kurt Tucholsky. Marburg 2012.

Eilittä, Leena: Approaches to personal identity in Kafka´s shorter fiction. Freud, Darwin, Kierkegaard. Oxford 1997.

Elsner, Gisela / Handl, Haimo L. (Hrsg.): Gefahrensphären.  Franz Kafkas Amtliche Schriften. Drösing 2012.

Emrich, Wilhelm: Franz Kafka. Bonn 1958. (Frühere Ausgabe: Frankfurt a.M. 1957)
Dieses Buch ist auch als Taschenbuchausgabe erschienen (Bonn 1981).
Stark metaphysisch-existentialistisch orientierte Gesamtdarstellung von Kafkas Werk mit Betonung auf der Spannung zwischen Universalität und Individualität, Gesetzmäßigkeit und Konkretheit des Lebens sowie zwischen Verbindlichkeit der Vorzeit und Nihilismus der Neuzeit.
[Bei Emrich wird Kafka in einer für weite Teile der Sekundärliteratur paradigmatischen Weise entkonkretisiert und metaphysisch mystifizierend auf den Kopf gestellt, bis er zum geheimnisvollsten Autor der Weltliteratur wird. Nur für Anhänger des "Primats der Unergründbarkeit" und Liebhaber von Überabstrahierungen.]

Engel, Manfred / Lamping, Dieter: Franz Kafka und die Weltliteratur. Göttingen 2006.
Untersuchung der spezifischen Stellung Kafkas innerhalb der Weltliteratur.

Engel, Manfred / Robertson, Ritchie (Hrsg.): Kafka und die kleine Prosa der Moderne. Kafka and short modernist prose. Würzburg 2010.

Engel, Manfred / Robertson, Ritchie (Hrsg.): Kafka. Prag und der Erste Weltkrieg. Kafka, Prague and the First World War. Würzburg 2012.

Engel, Manfed / Robertson, Ritchie (Hrsg.): Kafka und die Religion in der Moderne. Kafka, Religion and Modernity. Würzburg 2014.

Eschweiler, Christian: Der verborgene Hintergrund in Kafkas "Der Prozeß". Bonn 1991.


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Fellner, Friederike: Kafkas Zeichnungen. Paderborn 2014.

Ferk, Janko: Recht ist ein "Prozeß". Über Kafkas Rechtsphilosophie. Wien 2006. (Frühere Ausgabe: 1999)
Untersuchung der Einflüsse, die von Kafkas juristischer Ausbildung und von seinem juristischen Beruf ausgehend auf die Texte einwirken, sowie der Vorstellungen des Dichters von zentralen Rechtsbegriffen. Ferk plädiert überdies für eine verstärkte Betrachtung des Dichters als Philosophen.

Ferk, Janko: Wie wird man Franz Kafka? Drei Essays. Wien [u.a.] 2008.

Fiechter, Hans Paul: Das Rätsel Kafka. Erkundungen im "Schacht von Babel". Stuttgart 1999.
Diese Studie aus anthroposophischer Sicht unterwirft Kafkas seelische Entwicklung dem Schematismus der „Lebensjahrsiebte“ und versucht die Einsicht in Kafkas Innenleben und seinen Schreibprozess zu vertiefen. Das Buch ist reich illustriert und wirkt anschaulich und leserfreundlich.

Fingerhut, Karlheinz: Die unendliche Suche nach der Bedeutung: Kafka in der Schule. In: Praxis Deutsch 120 (Juli 1993), S. 13-21.
Relativ kurzer, aber einflussreicher Aufsatz, der Kafka-Deutung lediglich als Spiegelung der "Vor-Urteile" der Interpreten an den Texten sieht (denen ihm zufolge keine Bedeutung innewohnt: Bedeutungszuweisungen erfolgen ausschließlich durch den Leser und Interpreten.)
[Höchst problematische Position, die nahe an die Austreibung des Dichters aus seinen Texten führt (die also wohl auch ein Computer verfasst haben könnte ...).]

Fingerhut, Karlheinz: Kafka für die Schule. Berlin 1996.
Speziell für die Schule geeignet!

Fingerhut, Karlheinz: Kennst du Franz Kafka? Weimar 2007.
Speziell für die Schule geeignet!

Firtina, Özlem: Familie in Kafkas Schreiben. Biographische Situation und literarische Verarbeitung. Frankfurt a.M. [u.a.] 2005.

Fischer, Dagmar: Kafkas Proceß-Prosa. Eine textimmanente Interpretation. Frankfurt a.M. [u.a.] 1996.
Spurensuche nach kulturellen Mehrfachbedeutungen ausgewählter Wörter, Bilder und Formulierungen in Kafkas Werken sowie nach etymologischen und mythologischen Bezügen und Querverweisen auf eigene und fremde Texte.

Fischer, Dagmar: Der Rätselcharakter der Prosa Franz Kafkas und Thomas Manns "Zauberberg". Textimmanente Interpretationen. Frankfurt a.M. 2007.

Fischer, Dagmar: Franz Kafka - der tyrannische Sohn. Andro-Sphinx - Ödipus- und Kastrationskomplex. Schlüssel zum Verständnis seiner Prosa. Frankfurt a.M. 2010.
Die Autorin sieht den Schlüssel zur hinter Kafkas Prosa liegenden Zweitschrift und deren eigentliche Bedeutung in der im Freud´schen Sinne gestörten Beziehung des Dichters zu seinen Eltern und in der Folge zu den Mitmenschen.

Fischer, Peter: "An welchem Teater spielen Sie.". Kafkas Erzählung In der Strafkolonie. In: Psyche LVII/2003, Heft 12, S. 1158-1202.
Psychoanalytische Studie, derzufolge Kafkas Vater für den Dichter keine Möglichkeit der konstruktiven Konfliktbewältigung geboten hat, weshalb eine Regression in Richtung anal-sadistisches Mutterbild erfolgt ist, wofür die grauenvolle Erzählung "In der Strafkolonie" steht.

Fleischmann, Yvonne M.: War Kafka Existentialist? Gracchus, Orestes, Sisyphos - Literarische, mythologische und philosophische Brücken zu Sartre und Camus. Marburg 2009.

Frendo, M. R.: Outside of the law. Gender, race and ambivalence in Kafka´s narratives. Dissertation. Cork 2000.

Friedländer, Saul: Franz Kafka. München 2012.
Friedländer porträtiert Kafka als Dichter der Scham und der Schuld und interpretiert Leben, Judentum, Ironie und Seelenlage des Prager Autors.

Fromm, Waldemar: Artistisches Schreiben. Franz Kafkas Poetik zwischen "Proceß" und "Schloß". München 1998.
Zentrale These dieser Studie ist, dass Kafkas Prosa-Texten variierende Schreiberfahrungen zwischen "unveränderlicher" Schrift, aktivem Sich-Schreiben und einem passiven Moment des Schreibstroms vom "Geschrieben-Werden" zu Grunde liegen.


G          Zurück zur Auswahl A bis Z

Gang, Gyeong-Ho: Macht und Machtlosigkeit in Kafkas Roman "Das Schloß". Zur Genese von Bewegung und Bewegungslosigkeit im Hinblick auf die herrschenden Machtstrukturen. Marburg 1998.

Geddes, Jennifer L.: Kafka´s Ethics of Interpretation. Between Tyranny and Despair. Evanston 2016.

Geddes, Jennifer L.: The hermeneutical tyrant and his impotent subject. Interpretation, violence, and power in the works of Franz Kafka. Ann Arbor, Mich. 2000.

Gelber, Mark H. (Hrsg.): Kafka, zionism, and beyond. Tübingen 2004.

Gernig, Kerstin: Die Kafka-Rezeption in Frankreich. Ein diachroner Vergleich der französischen Übersetzungen im Kontext der hermeneutischen Übersetzungswissenschaft. Würzburg 1999.

Gilman, Sander L.: Franz Kafka. The Jewish patient. New York [u.a.] 1995.

Gilman, Sander L.: Franz Kafka. London 2005.
Mit Bibliographie und Filmographie.

Glinski, Sophie von: Imaginationsprozesse. Verfahren phantastischen Erzählens in Franz Kafkas Frühwerk. Berlin [u.a.] 2004.
Diese Studie verfolgt den Schreibprozess Kafkas unter bewusstem Ausschluss von Handlung und Interpretation der Texte und sieht im Frühwerk einen Vorstoß der "erzählenden Rede" vom Traumhaften, Spielerischen zum Gezielteren, Bewussteren.

Glisovic, Dusan: Politik im Werk Kafkas. Tübingen [u.a.] 1996.

Godé, Maurice und Vanoosthuyse, Michel (Hrsg.): Entre critique et rire. Le disparu de Franz Kafka. Kafkas Roman "Der Verschollene". Acte du colloque international de Montpellier 10-11 janvier 1997. Bibliothèque d´Etudes Germaniques et Centre-Européennes, 2. Montpellier 1997.

Goebel, Rolf J.: Constructing China. Kafka´s Orientalist discourse. Columbia, SC 1997.

Goldschmidt, Georges-Arthur: Celui qu´on cherche, habite juste à côté. Lecture de Kafka. Lagrasse 2007.

Goldschmidt, Georges-Arthur: Kafka lesen. "Meistens wohnt der den man sucht nebenan". Frankfurt a.M. 2010.
Der Verfasser nimmt Kafkas von großer Klarheit gekennzeichneten und gleichzeitig so unwahrscheinlichen Texte beim Wort.

Grabenmeier, Isolde: Schreiben als Beruf. Zur Poetik Franz Kafkas auf dem Hintergrund der Herrschaftstheorie und Methodenreflexion Max Webers. Freiburg i.B. [u.a.] 2008.
Untersuchung von Kafkas Texten und Webers Schriften unter dem Aspekt des Zeichencharakters sowohl literarischer als auch sozialer Phänomene.

Grafenburg, Markus: Gemeinschaft vor dem Gesetz. Jüdische Identität bei Franz Kafka. Wien 2016.

Gräff, Thomas: Lektürehilfen Franz Kafka, "Der Process". Stuttgart [u.a.] 2006.
Für Schüler der Klassen 11 bis 13. Mit Abiturfragen, Lösungen, ausführlicher Inhaltsangabe, Interpretation, thematischen Kapiteln.
Speziell für die Schule geeignet!

Grimm, Sieglinde: Sprache und Existenz. Rilke, Kafka und die Rettung des Ich im Roman der klassischen Moderne. Tübingen 2003.

Groß, Johannes: Kafkas Krankheiten. Marburg 2012.

Grosse, Wilhelm: Franz Kafka: Der Process. Lektüreschlüssel. Stuttgart 2006.
Speziell für die Schule geeignet!

Grosse, Wilhelm: Franz Kafka: Die Verwandlung. Lektüreschlüssel. Stuttgart 2004.
Speziell für die Schule geeignet!

Grözinger, Karl Erich (Hrsg.): Franz Kafka und das Judentum. Frankfurt a.M. 1987.

Grözinger, Karl Erich: Kafka und die Kabbala. Das Jüdische in Werk und Denken von Franz Kafka. 5., aktualisierte und erweiterte Ausgabe. Berlin [u.a.] 2013.
Der Verfasser konzentriert sich auf die Einflüsse des Judentums (vor allem der Kabbala) auf Kafka.
[Der Wert von Untersuchungen der jüdischen Wurzeln des Dichters und deren Einflüsse auf Leben und Werk ist unbestritten. Eine Gefahr bleibt jedoch virulent: Kafka war auf Grund bestimmter Ereignisse und Konstellationen in seinem Leben (ebenso wie das gleichnamige, der Bibel entnommene Vorbild für die Figur des Barnabas im "Schloß"-Roman) ein Jude, dem das Christentum wichtiger wurde als die Religion seiner Väter. Solange dies nicht geklärt und anerkannt ist, führt die "jüdische Spur" zumindest teilweise in die Irre.]

Guattari, Felix: Soixante-cinq rêves de Franz Kafka et autres textes. Paris 2007.


H          Zurück zur Auswahl A bis Z

Hacopian, Anastasia: Kafkas Bett. Von der Metonymie zum räumlichen Diskurs. Berlin 2005.

Halfmann, Roman: Nach der Ironie. David Foster Wallace, Franz Kafka und der Kampf um Authentizität. Bielefeld 2012.

Halfmann, Roman: Kafka kann einen Schriftsteller lähmen. Dargestellt an Albert Camus, Philip Roth, Peter Handke und Thomas Bernhard. Berlin 2008.

Haller-Nevermann, Marie / Rehwinkel, Dieter: Franz Kafka. Visionär der Moderne. Göttingen 2008.

Haring, Ekkehard W.: Auf dieses Messers Schneide leben wir ... . Das Spätwerk Franz Kafkas im Kontext jüdischen Schreibens. Wien 2004.

Härle, Gerhard / Heizmann, Felix : „In bröckelndem Lehm festgebissen“. Franz Kafkas Studie „Die Brücke“. Bedeutungspotential und Perspektiven des literarischen Lernens. Baltmannsweiler 2009.

Hauser, Sigrid: Kafkas Raum im Zeitalter seiner digitalen Überwachbarkeit. Wien 2009.

Hawes, James M.: Excavating Kafka. London 2008.

Hecker, Axel: An den Rändern des Lesbaren. Dekonstruktive Lektüre zu Franz Kafka, "Die Verwandlung", "In der Strafkolonie" und "Das Urteil". Wien 1998.
Der Verfasser beschreibt aus postmoderner Sicht den "Bruch innerhalb der Vernunft" als Zentralmotiv der "Strafen" in Kafkas Texten, vor allem in der Verwandlung. Laut Hecker kann die Strafkolonie auch als "Geschichte der Dekonstruktion von Rationalität" gedeutet werden und das Urteil antipsychologisch im Sinn der "Unerkennbarkeit des Anderen".

Hermsdorf, Klaus: Kafka. Weltbild und Roman. Berlin 1961.
Soziologische Deutung aus marxistischen DDR-Zeiten.

Heymach, Friederike: Zwischenwelten. Ein Vergleich der Welten von Kafkas „Der Verschollene“ und „Der Proceß“. [Elektronische Ressource]. Saarbrücken 2011.

Hiebel, Hans H.: Franz Kafka: Form und Bedeutung. Würzburg 1999.
Poststrukturalistische bzw. dekonstruktivistische Studie, die Kafka als frühen "postmodernen", entkonkretisierenden Autor sieht. Für Hiebel spielt Kafka mit psychoanalytischen Phänomenen, steht aber darüber und ist seelisch "Herr der Lage". Schuld ist in den Texten nicht konkret, sondern abstrakt abgehandelt. Die innere, geistige Welt ist die eigentliche Welt im Vergleich zur äußeren, materiellen.

Hierdeis, Helmwart (Hrsg.): "Lieber Franz! Mein lieber Sohn!". Antworten auf Franz Kafkas "Brief an den Vater". 2., überarbeitete Auflage. Wien 1997.

Hochreiter, Susanne: Franz Kafka: Raum und Geschlecht. Würzburg 2007.
Aus gendertheoretischer Sicht und mit Bezügen zu Foucaults "Heterotopie" und Derridas "Dissemination" untersucht Hochreiter die schwebenden, nicht festgelegten und doch präsenten Bedeutungen von Räumen und Geschlechtern in Kafkas Texten.

Höcker, Arne / Simons, Oliver (Hrsg.): Kafkas Institutionen. Bielefeld [u.a.] 2007.

Höfle, Peter: Von der Unfähigkeit, historisch zu werden. Die Form der Erzählungen und Kafkas Erzählform. München 1998.
Die Vergleichbarkeit von narrativen und physikalischen Elementen (Komplementaritätskonzept in der Quantentheorie), der "metaphorische Kern" der Texte Kafkas, die Verschränkung der Textsorten (Erzählungen, Tagebucheintragungen, Fragmente, Briefe etc.) und die Rekursivität der Erzählart des Dichters sind Themen dieser Studie.

Höfle, Peter: Einfach Kafka. Frankfurt a.M. 2008.
Lesebuch mit wichtigen Erzählungen Kafkas und jeweils diesen Texten vorangestellten biographischen Einführungen. Höfle zufolge schrieb Kafka in der Ambivalenz zwischen der Tilgung der Lebensspuren in den Texten und dem Wunsch, diese Spuren doch sichtbar zu erhalten.

Hohlbaum, Christopher: Kafka im Comic. Würzburg 2015.

Höhne, Steffen / Udolph, Ludger (Hrsg.): Franz Kafka. Wirkung und Wirkungsverhinderung. Wien [u.a.] 2014.

Horn, Anette / Horn, Peter : In einer fenster- und türlosen Zelle. Die Romane Franz Kafkas. Oberhausen 2015.

Hühnerbein, Jürgen: Aber ich sehe nur mit meinen Augen. Perspektive und Raum als Voraussetzung einer Textinterpretation der Durchbruchs-Erzählungen Franz Kafkas auf der Grundlage textnahen Lesens unter Berücksichtigung didaktischer Implikation. Nettetal 2002.


I          Zurück zur Auswahl A bis Z

Ilkilic, Süreyya: Kafka in der Türkei. Rezeption von Kafkas Werken in der Türkei und ihre Einflüsse auf die moderne türkische Literatur. Würzburg 2016.


J          Zurück zur Auswahl A bis Z

Jaegle, Dietmar (Red.) / Gfereis, Heike / Begley, Louis: Der ganze Prozess. 33 Nahaufnahmen von Kafkas Manuskript. Marbach 2013.

Jahraus, Oliver / Neuhaus, Stefan: Kafkas "Urteil" und die Literaturtheorie. Zehn Modellanalysen. Stuttgart 2002.
Zehn Interpretationsmethoden, angewandt auf die Erzählung "Das Urteil": Hermeneutik, Strukturalismus, Rezeptionsästhetik, Sozialgeschichte der Literatur, Psychoanalytische Literaturinterpretation, Gender Studies, Diskursanalyse, Systemtheorie, Intertextualität und Dekonstruktion.
Speziell für die Schule geeignet!

Jahraus, Oliver: Kafka. Leben, Schreiben, Machtapparate. Stuttgart 2006.
Diese Monographie will zeigen, dass Kafkas Leben und Werk dialektisch durch das Schreiben vermittelt werden. Der Lebensentwurf des Dichters will Leben in Literatur verwandeln.

Jang, Byong-Heui: Mythos und Wahrheit. Dekonstruktivistische Lektüre des Mythos Kafkas. Berlin 2007.

Janouch, Gustav: Franz Kafka und seine Welt. Wien 1965.

Jansen, Markus: Das Wissen vom Menschen. Franz Kafka und die Biopolitik. Würzburg 2012.


K          Zurück zur Auswahl A bis Z

Kaiser, Hellmuth: Franz Kafkas Inferno. In: Imago 17, S. 41ff. Wien 1931.
Auf einigen wenigen Erzählungen aufbauende, sehr frühe psychoanalytische Deutung, die bereits auf bestimmte interessante Wiederholungen im Werk hinweist.

Kanofsky, Joseph A.: Narrow bridges. Franz Kafka, Nachman of Bratslaw and Jewish literary imagination. Ann Arbor, Mich. 1998.

Kaul, Susanne: Einführung in das Werk Franz Kafkas. Darmstadt 2010.

Kaus, Rainer Jeremy: Erzählte Psychoanalyse bei Franz Kafka. Eine Deutung von Kafkas Erzählung "Das Urteil". Heidelberg 1998.
Der Autor, ein Psychoanalytiker, sieht in Kafkas Werk psychische Mächte in dramenartiger Erzählweise vor Augen geführt. Er konstatiert einen unaufgelösten "negativen Ödipuskomplex", der Kafka zur Abwehr latenter Homosexualität gezwungen und zu paranoiden Zügen geführt hätte.

Kaus, Rainer Jeremy: Kafka und Freud. Schuld in den Augen des Dichters und des Analytikers. Heidelberg 2000.
Der Autor unterscheidet Schuld im psychoanalytischen und im existentiellen Sinn und relativiert (obwohl selbst Psychoanalytiker) die Reichweite psychoanalytischer Literaturinterpretation.
[Aus eben diesem Grund wird Kaus jetzt gerne von Literaturwissenschaftlern zitiert, um deren Bemühungen zur Marginalisierung psychoanalytischer Deutungen zu rechtfertigen.]

Kaus, Rainer Jeremy: Eine kleine Frau. Kafkas Erzählung in literaturpsychologischer Sicht. Mit einem Vorwort von Walter Schönau und einem Nachwort von Léon Wurmser. Heidelberg 2002.

Kaus, Rainer Jeremy: Literaturpsychologie und Literarische Hermeneutik. Sigmund Freud und Franz Kafka. Mit einem Vorwort von Walter Schönau. Frankfurt a.M. [u.a.] 2004.
Der Autor entwickelt eine psychologisch-semiotisch fundierte Hermeneutik mit Bezug auf Freuds "Traumdeutung" und wendet sie auf mehrere Kafka-Texte an.

Kautman, Frantisek: Die Welt Franz Kafkas. Prag 1996.

Kegele, Nadine / Müller, Manfred (Hrsg.): Hinter dem Gesetz. Kafka, Recht und Ordnung. Wien 2015.

Khalfani, Salem: Ähnlichkeiten des Absurden. Kafkas "Schloß" und Becketts "Warten auf Godot". Marburg an der Lahn 2003.

Kim, Hyun Kang: Ästhetik der Paradoxie. Kafka im Kontext der Philosophie der Moderne. Würzburg 2004.

Kleinwort, Malte: Kafkas Verfahren. Literatur, Individuum und Gesellschaft im Umkreis von Kafkas Briefen an Milena. Würzburg 2004.
Diese Studie arbeitet die Verknüpfung von sich wiederholenden Erzählstrukturen mit drei für "Kafkas Verfahren" konstitutiven Tendenzen (Prozess, Verirren und Methode) heraus und damit den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Texten, Textformen (Tagebuch, Brief und Prosa) und Textkonstellationen (1910-1912, 1916/1917 und 1920).

Kleinwort, Malte: Der späte Kafka. Spätstil als Stilsuspension. Paderborn 2013.
Analyse der Verschiebungen und Differenzen zwischen dem Spätwerk Kafkas und den früheren Texten des Dichters.

Kleinwort, Malte / Vogl, Joseph (Hrsg.): Eingänge in "eine ausgedehnte Anlage". Topographien von Franz Kafkas "Das Schloß". Bielefeld 2013.

Köhler, Steffen: "Unsere Rettung ist der Tod, aber nicht dieser". Kafka in eschatologischer Perspektive. Würzburg 2001 (Diss.).

Koch, Hans-Gerd (Bearb.): Kafkas Fabriken. Marbach am Neckar 2003.
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